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Rosten Ducati-Tanks?
Hallo Motalia-Leser, nach weiteren drei Jahren Ducati 900 SS sehe ich mich genötigt, meinen Erfahrungsbericht aus Heft Nr. 93/Januar '96 zu ergänzen.
Meine 93er SSN ist mittlerweile mit reichlich Zubehör (Superlight-Höcker, Radialbremspumpe, Stahlflex, Sil-Motor-Brüllrohren, 41er Keihin, Ergalkettenrad) sowie modischem CFK-Laminat "veredelt". Dieses geschah zum Teil aus persönlicher Eitelkeit, aber auch um Fahrbarkeit und Leistungsentwicklung zu verbessern.
Nun aber zum eigentlichen Grund meines Schreibens: Ende September ist der Kraftstofftank an mehreren Stellen durchgerostet. Mein Motorrad ist bestens gepflegt, aufgrund meiner beruflichen Außendiensttätigkeit stehen nach fünf gefahrenen Sommern magere 23.000 Kilometer auf der Uhr.
Bei meiner, wie ich meine, begründeten Reklamation bei der neugegründeten Ducati-Motor GmbH bekam ich als Ursache mangelhafte Pflege sowie unsachgemäßes Einwintern mit nichtgefülltem Tank vorgeworfen. Wer mich und meine "Primadonna Mimosa" kennt, weiß, daß dem nicht so ist. Kurz und knapp: Mit ei nem Entgegenkommen oder gar mit Kulanz war nicht zu rechnen.
Ein hektischer Reparaturversuch mit Kaltmetall ging leider voll daneben. Das Zeug ist einfach zu porös und somit spritdurchlässig. Also mußte ein Spezialbetrieb ausfindig gemacht werden.
Nach einigem Stöbern in Fachzeitschriften fand ich eine passende Adresse (Fa. Schäfer in Gründau). Wie sich herausstellte, hatte Herr Schäfer nicht nur Erfahrung mit klassischen Automobilen (Firmenstempel) sondern auch mit maroden Ducati-Tanks. Laut seiner Aussage sind selbst bei neuwertigen 916ern die Tanks von aggressivem Rostfraß befallen. (Haben andere unserer Leser ähnliche Erfahrungen gemacht? Die Red.)
Aufgrund meiner exzessiven Verwendung von Kaltmetall kam jedoch das Hartlöten meines Kraftstoffbehälters nicht mehr in Frage. So blieb mir nichts anderes übrig, als bei der Fa. März ein Neuteil (1.533,- DM) zu ordern. Angebotene Gebrauchttanks sind mit durchschnittlich 1.000,- DM zu teuer, zudem meist eingedellt und ebenfalls angemodert. Der neue Tank wurde anschließend bei der Fa. Schäfer gereinigt und mit Speziallack versiegelt (ca. 380,- DM).
Und die nächste Investition hat sich bereits angekündigt. Beim letzten Ölwechsel habe ich wieder reichlich Aluminiumspäne beim Ablassen entdeckt. Mein favorisierter Ducati-Enthusiast Mayerhofer (DSM) orakelte von sich auflösenden Dichtstopfen an der Kurbelwelle.
Ich habe mittlerweile echte Probleme, meine Italomanie bei meinen meist japanerfahrenden Bekannten zu rechtfertigen.
Bei einem ideellen Wert von ca. 25.000,- DM bleibt mir wohl nichts anderes übrig, als das Motorrad weiterzufahren, da bei einem Verkauf mit ordentlich Verlust zu rechnen ist.
Bei einem Motorschaden wird das Aggregat dann eben ausgebaut und zur mehr oder weniger kostenintensiven Revision in die Schwäbische Alb verfrachtet. Den hämischen Spot meiner motorradfahrenden Kollegen und Kolleginnen werde ich wohl weiterhin tapfer ertragen müssen.
Einen streßfreien und glücklicheren Sommer '99 wünscht Euch Bernd Kuklok |