|
Hallo Italofreunde und -freundinnen!
Seit zwei Jahren sind die Zulassungszahlen für Neumaschinen in Deutschland rückläufig. Dafür gibt es verschiedenste Gründe, an denen der einzelne Motorradfahrer wenig ändern kann. Während 1999 noch 187.192 Motorräder neu in den Straßenverkehr kamen, waren es im letzten Jahr nur noch 158.270 Stück. Das ist ein Zulassungsrückgang von 15,45 Prozent in zwei Jahren!
Zur Zeit existieren etwa 1.800 Vertragshändler in Deutschland, welche die jetzige Situation "ausbaden" müssen. Von den Importeuren bekommen sie immer strengere Vorgaben, geringere Verdienstspannen und zahlreiche Auflagen, die ihnen das Geschäftsleben erschweren. Genauso dürften die Direktverkäufe über das Internet den Händlern ein Dorn im Auge sein. Andererseits wird auch der Umgang mit den Kunden immer schwieriger. In der heutigen Zeit kommt es manchen Motorradfahrern anscheinend auf jede Mark an, die man nur irgendwie sparen kann. Öle, Zündkerzen und ähnliches wird nun oft in branchenfremden Geschäften gekauft - Hauptsache so billig wie möglich. Da kann ein seriöser Vertragshändler, der ja unter anderem auch eine qualifizierte Werkstatt unterhalten soll, nicht mithalten.
Kleinigkeiten am Motorrad lassen viele Biker heutzutage "unter der Hand" bei Bekannten als illegale Schwarzarbeit (ohne Garantie aber mit vollem Risiko) ausführen. Zum Händler fahren viele nur noch bei schwierigen Fällen, zum Ersatzteilkauf oder zum Tag der offenen Tür, wenn es etwas umsonst gibt.
Unter diesen Bedingungen wird für einige Motorradhändler dieses Geschäftsjahr zum Überlebenskampf. In der vorletzten Ausgabe der Zeitung Motorrad wurde Antje Woltermann, Geschäftsführerin Betriebswirtschaft vom Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe mit folgendem Satz zitiert: "Wir gehen davon aus, daß es im Laufe dieses Jahres 30 Prozent Händler weniger geben wird." 30 Prozent, das wären fast jeder dritte Händler und sehr viele Arbeitsplätze, die auf dem Spiel stehen! Da frage ich mich, muß man wirklich auf Krampf jede Mark sparen und immer wie auf einem türkischen Basar handeln? Tut uns das wirklich so weh, beim Fachmann ein paar Mark mehr zu bezahlen und dafür den entsprechenden Service zu erhalten? Sollten wirklich so viele Händler wie von Frau Woltermann befürchtet ihre Türen schließen müssen, so wird mancher von uns aufgrund der weiteren Anfahrtswege zum nächsten Händler in Zukunft mehr Benzingeld verfahren, als er heute durch seine Knauserigkeit spart.
In diesem Heft stellen wir die Modellpalette von Moto Guzzi für 2002 vor. Im Reparatur-/Reisebericht erzählt Cord Ingendahl von seinen Erlebnissen auf der Nordschleife des Nürburgrings und im anschließenden Urlaub in Italien. Günter Grones berichtet von seinen Laverda-Erfahrungen. Desweiteren stellen wir das Piaggio-Gilera-Werksmuseum in Pontedera/Italien vor.
Wie immer gibt es selbstverständlich die ständigen Rubriken: Veranstaltungskalender, Presseschau, Sport, gehört - gesehen - gelesen und wieder etliche italobezogene Kleinanzeigen.
Euer Motalia-Team |