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Hallo Italofreunde und -freundinnen!
Seit Jahren sind die Zulassungszahlen in Deutschland und auch in einigen anderen Ländern rückläufig. Die italienischen Motorradhersteller haben diese Entwicklung teilweise ignoriert und munter weiter Motorräder produziert - mehr als der Markt erfordert hat. Nun stehen diese überschüssigen Fahrzeuge in den Neumaschinen- lagern der Fabriken, bei den Importeuren oder den Händlern herum. Eine unbe- friedigende Situation für alle Beteiligten, welche die kurzsichtigen Motorradfirmen unnötigerweise herbeigeführt haben. Zwar können sie ihren Aktionären jetzt schöne Produktionszahlen vorlegen, aber in den Fabriken herrscht teilweise Kurzarbeit, und auf dem Motorradmarkt machen sich die Konsequenzen bemerkbar. Motorräder werden hin- und hergeschoben und tauchen als EG-Importe z. B. bei den großen Grauhändlern oder auch bei Vertragshändlern auf: eine Aprilia Nera für 21.000 Euro (Listenpreis 35.000 Euro), eine Moto Guzzi Breva 750 i.e. für 5.990 Euro anstatt 7.680 Euro oder eine Ducati 999 mit einer Ersparnis von 5.000 Euro.
Die günstigen Preise erfreuen den Kunden im ersten Moment, macht er sich doch (noch) keine Sorgen darüber, daß dieses Preisdumping den regulären Vertrags- händlern das Geschäft versaut und einige von denen das Handtuch werfen (müssen). Doch wer soll dann die Wartungsarbeiten durchführen und die Garantieleistungen übernehmen, wenn zahlreiche Vertragshändler dazu nicht mehr in der Lage sind? Guter Service, Fachpersonal und eine Ersatzteilhaltung kosten Geld, und dieses muß unter anderem über einen profitablen Neumaschinenverkauf erwirtschaftet werden. Mit einem Fahrzeughandel auf niedrigem Niveau nahe oder teilweise sogar unterhalb des Einkaufspreises lassen sich keine Motorradläden auf einer gesunden Finanzbasis führen.
Die aktuelle Entwicklung wird voraussichtlich zu einer weiteren Ausdünnung des Händlernetzes führen. Die Kunden müssen sich darauf einstellen, in Zukunft längere Wege zu Vertragshändlern zu haben. Außerdem führt das aktuelle Preisdumping zu einem Wertverfall der Gebrauchtmaschinen. Wenn Neufahrzeuge teilweise 30 Prozent unter Listenpreis angeboten werden, kann sich jeder ausrechnen, was eine zwei Jahre alte Gebrauchtmaschine noch für Preise erzielt...
Mit ihrer kurzsichtigen Produktionspolitik haben die Fabriken weder den Händlerpartnern noch den Endverbrauchern einen Gefallen getan.
In dieser Ausgabe stellen wir die MV Agusta-Modelle für das Jahr 2005 vor und haben ein Interview von F. J. Schermer mit dem neuen Bimota-Importeur Tommy Wagner abgedruckt. Außerdem beschäftigen wir uns mit der Ungewißheit bei Moto Guzzi, Frank Wiegel schreibt von seinen persönlichen Erlebnissen beim Treffen der Freunde italienischer Motorräder Mittelhessen, und Heiko Neuwirth berichtet von seinem Kauf einer Moto Guzzi Le Mans 4 in England und wie er sie nach Hause brachte. Auf der Motor Show Bologna wird in diesen Tagen die neue Moto Morini vorgestellt, Ducati hat seine Wahl getroffen, welche Fahrer und Teams in welchen Rennklassen 2005 für das Werk antreten werden. Dann haben wir noch einen Reisebericht vom Bodensee zum Lago d´Orta, wir durften eine MV Agusta F4 1000 fahren, und Stephanie Preuschoff war beim Italiener-Treffen des Moto Guzzi Clubs Olpe Biggesee e.V.
Wie immer gibt es selbstverständlich die ständigen Rubriken: Veranstaltungskalender, Presseschau, Sport, gehört - gesehen - gelesen, regel- mäßige Italotreffs und wieder etliche italobezogene Kleinanzeigen.
Euer Motalia-Team |