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Hallo Italofreunde und -freundinnen!
Es ist anscheinend vollbracht. Sowohl die Übernahme des MV Agusta-Konzerns durch Proton als auch der Kauf des Aprilia-Konsortiums durch Piaggio dürften zum Zeitpunkt des Erscheinens dieser Ausgabe endgültig unter Dach und Fach sein.
Der Verkauf mehrerer Motorradmarken, noch dazu wenn sie hoch verschuldet sind, ist kein einfaches Geschäft. Jeder möchte dabei gerne mitreden: Verkäufer, Käufer, Gläubiger, Banken, Politiker, Betriebsräte, Gewerkschaften und auch das Kartell- amt. Nach dem Motto: "Viele Köche verderben den Brei", kann sich so eine Fusion ganz schön in die Länge ziehen. Im Fall MV Agusta hat der Deal über ein Jahr in Anspruch genommen. Jetzt bekommen die Marken Cagiva, Husqvarna und MV Agusta eine Finanzspritze in Höhe von 70 Millionen Euro. Bereits in den letzten Monaten war die Produktion wieder auf ein normales Niveau hochgefahren worden, und die Geschäfte verlaufen nun wieder in geregelten Bahnen. Zur Zeit ist die Nach- frage noch höher als die Produktionskapazität, so daß das MV Agusta-Management zuversichtlich in die Zukunft blickt. Auch wenn es manchen nicht gefällt, daß diese drei Marken nun einer malaysischen Firma Namens Proton gehören.
Im Verhältnis zum MV-Geschäft, konnte die Übernahme der Aprilia-Gesellschaft recht zügig abgewickelt werden. Hier vergingen lediglich fünf Monate. Hätte man nicht auf die Entscheidung des EU-Kartellamtes warten müssen, wäre es sogar noch schneller gegangen. Trotzdem war das für die Angestellten der Aprilia-Firmen eine harte Zeit. Die Produktion stand still, und die Arbeiter schickte man nach Hause. Die Ungewißheit, wie das Kartellamt entscheiden würde, ließ viele um ihren Arbeitsplatz fürchten. Nun ist klar, daß bei Aprilia und Moto Guzzi die Lichter nicht ausgehen werden, aber so ganz ohne Opfer wird die Sanierung der angeschlagenen Firmen nicht verlaufen können.
Darüber kann auch die Tatsache nicht hinwegtrösten, daß die beiden Firmen weiter- hin im italienischen Besitz bleiben.
Die Zukunft von Aprilia, Cagiva, Husqvarna, Moto Guzzi und MV Agusta scheint nun gesichert zu sein. Neben diesen Marken meldet sich Moto Morini zurück. Auf der Motor Show Bologna präsentierte man zwei neue Modelle, deren Produktion noch in diesem Jahr starten soll. In keinem anderen Land gibt es eine so große Motorradmarkenvielfalt wie in Italien.
In dieser Ausgabe zeigen wir die Moto Morini-Modelle 9½ und Corsaro 1200, und Arne Gediga berichtet vom Mythos der Benelli Sei. Außerdem erzählen wir die Geschichte der Aprilia RS3 Cube, und Hermann Tobler hat an der Erinnerungsfahrt Milano - Taranto teilgenommen. Desweiteren blicken wir zurück, wie die Firma Moto Morini begonnen hat, und Wolfgang Kopf schreibt über die Tour mit seiner Moto Guzzi durch die Poebene in die Abruzzen.
Wie immer gibt es selbstverständlich die ständigen Rubriken: Veranstaltungskalender, Presseschau, Sport, gehört - gesehen - gelesen, regel- mäßige Italotreffs und wieder etliche italobezogene Kleinanzeigen.
Euer Motalia-Team |