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Hallo Italofreunde und -freundinnen!
Eigentlich dachte ich, daß die Zeiten, in denen Motorradfahrer als Rocker, Kami- kazepiloten und als eine Randgruppe der Gesellschaft diskriminiert werden, vorbei wären. Aber die SPD hat mich in Form der Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt eines besseren belehrt. Frau Schmidt möchte gerne die Finanzen der Krankenkassen entlasten und hatte dabei zuerst die unsinnige Idee, alle Freizeit- unfälle aus dem Leistungsbereich der solidarischen Krankenkassen zu streichen. Nachdem die Frau zu der Erkenntnis kommen mußte, daß diese Idee wohl undurchführbar sei, will sie jetzt nur noch "Risikosportarten" wie Drachenfliegen, Skifahren und Motorradfahren ausgrenzen. Im Klartext heißt dieses, daß die ärztlichen Behandlungen nach einem Motorradunfall nicht mehr von den Kranken- kassen bezahlt werden sollen. Wir Motorradfahrer wären also gezwungen, auf unsere Kosten eine Zusatzversicherung abzuschließen. Nach den ewigen Erhöhun- gen der Kosten für den Führerschein, der Ökosteuer und der drohenden Strafsteuer für Motorräder ohne Abgasreinigung wäre das eine weitere Verteuerung unseres Hobbys. In einer Zeit, in der Zulassungsrückgänge von fast neun Prozent zu ver- zeichnen sind, sicher eine schlechte Entwicklung für eine Branche, von der zahl- reiche Arbeitsplätze abhängig sind.
Zum Glück trifft die Idee von Frau Schmidt auf Widerstand. So sagt die SPD-Vize- fraktionsvorsitzende Gudrun Schaich-Walch: "Die größte Belastung der Kranken- kassen ergäben sich nicht durch Sportunfälle sondern durch chronisch Kranke."
Auch Wolfgang Rose, Chef des gewerkschaftsnahen Auto Club Europa, spricht sich gegen den Vorstoß der SPD-Politikerin aus: Nach seinen Worten handelt es sich beim Motorradfahren nicht generell um ein Risiko-Hobby, sondern vorwiegend um die einfache Verwirklichung von Mobilität. Die meisten Motorradfahrer ver- unglückten außerdem nicht aus Eigenverschulden, sondern wegen der Unacht- samkeit von Autofahrern.
Es ist zu hoffen, daß der gesunde Menschenverstand siegen und Frau Schmidt mit ihrer Idee scheitern wird, sonst werden durch diese Gesetzesänderung sicherlich viele Menschen von unserem schönen Hobby abgehalten.
In diesem Heft befassen wir uns mit der Auferstehung der Firma Mondial, die im April 2000 wiederbelebt wurde und jetzt eine neue Off-Road-Sparte gegründet hat. Desweiteren haben wir uns einmal mit den Gewichten von Motorrädern beschäftigt. Jürgen Beer erzählt von einem Moto Guzzi-Schrauberkurs, an dem er teilnahm. Außerdem stellen wir die Moto Guzzi-Neuheiten für das Jahr 2003 sowie die NCR 1000 NE vor. Wir berichten über die Italo-Show bei den Hamburger Motorrad Tagen und Frank Siepmann schildert seine Erlebnisse während eines Kurzurlaubs mit seiner Moto Guzzi in den Nordalpen.
Wie immer gibt es selbstverständlich die ständigen Rubriken: Veranstaltungskalender, Presseschau, Sport, gehört - gesehen - gelesen, regel- mäßige Italotreffs und wieder etliche italobezogene Kleinanzeigen.
Euer Motalia-Team |